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Ressort: Ski Alpin | Datum: 25.1.10 15:26 | Salzburg | si

Toni Giger zieht Zwischenbilanz

Herren-Cheftrainer Toni Giger zieht nach dem Kitzbühel-Wochenende und vor dem morgigen Nightrace in Schladming eine Zwischenbilanz.

Für Toni Giger ist manche Kritik zwar verständlich,
im Hinblick auf Vancouver erhofft sich der Herren-
Cheftrainer seitens der Öffentlichkeit aber wieder
mehr Vertrauen in seine Mannschaft. (Foto: GEPA)

„In aller Klarheit: Ich bin in verschiedenen Bereichen nicht zufrieden mit unserer bisherigen Performance. Mir ist bewusst, dass wir die Erwartungen der Skifans und der Öffentlichkeit in Österreich in dieser Saison noch nicht so erfüllen konnten, wie wir und wie die Menschen sich das gewünscht und vorgestellt haben. Aber der Saisonhöhepunkt, die Olympischen Spiele, liegen noch vor uns: Unsere Mannschaft verdient Vertrauen und sie braucht jetzt die Unterstützung aller. Die Kritik ist verständlich und über weite Strecken auch produktiv. Wenn wir dieses Team, diese Athleten stärken wollen, dann können wir das am Besten, indem wir ihnen jene Top-Leistungen bei den Spielen zutrauen, zu denen sie auch fähig sind."

Toni Giger in seiner detaillierten Manöverkritik zu jenen Disziplinen, in denen vor den Olympischen Spielen keine Rennen mehr stattfinden:

Abfahrt
„Zwei Podestplätze in der bisherigen Saison, das sind 10% der möglich gewesenen, so wenig wie noch nie in meiner Ära: Damit sind weder die Läufer, noch die Trainer, noch die Öffentlichkeit zufrieden. Das ist der bisherige Outcome der Saison, der ist unbefriedigend, gleichzeitig gehen – und darauf sollten wir uns jetzt konzentrieren - in Vancouver Athleten an den Start, die sehr wohl Medaillenchancen haben: Für Walchhofer, Scheiber, Grugger ist das Podium jederzeit in Reichweite, Kröll ist momentan noch nicht in Top-Form, er kann sich den letzten Feinschliff aber noch holen." Appell des Herren-Cheftrainers: „Die teilweise Emotionalität in der Kritik ist nachvollziehbar und verständlich - überzogene Erwartungen machen es dem Team aber bei den Spielen nicht einfacher: Jetzt, so knapp davor, müssen wir zusammenstehen und realitätsbezogen bleiben."

Giger verweist auf ähnliche Situationen in der Vergangenheit: „2005 haben keinen Weltcup-Riesentorlauf vor der WM gewonnen – in Bormio Gold für Maier, Silber für Raich. 2006 hatten wir keinen Weltcup-Slalom vor den Olympischen Spielen gewonnen – in Turin Gold für Raich, Silber für Herbst, Bronze für Schönfelder. 2007 hatten wir keinen Super-G vor der WM gewonnen – in Are Silber für Fritz Strobl. Wir hatten öfters solche Situationen, nur bisher noch nie in der Abfahrt."

Super-G
Toni Giger: „Im Super-G bin ich zufrieden. Wir hätten auch dort mehr erreichen können, aber fünf Podestplätze davon ein Sieg sind eine zufriedenstellende Bilanz. Mit Michi Walchofer haben wir den Weltcupführenden im Team."

Kombination
Toni Giger: „Der Weltcup ist gelaufen und wir stellen mit Benni Raich erstmals in der Geschichte den Weltcupsieger. Benni hat die Herausforderung dieser Disziplin – die ständige Umstellung – mit seiner Routine und seinem einmaligen skifahrerischen Können hervorragend gemeistert."

Schladming Nightrace
„Im Slalom haben wir - je nach Verhältnissen – fünf potentielle Siegläufer. Vier von ihnen haben bereits gewonnen. Kitzbühel war natürlich eine Enttäuschung, aber das ändert nichts an einer hervorragenden Bilanz in dieser Disziplin. Schladming ist DER Slalom der Saison. Hier haben wir immer Heimstärke bewiesen und freuen uns ganz besonders auf das ganz besondere Publikum – unsere Athleten haben nach Kitzbühel eine Rechnung offen und wollen zeigen, was sie wirklich drauf haben", so der Herren-Cheftrainer.

Der Rummel um Benni Raich & Co. ist enorm: Das war auch bei der gestrigen ÖSV-Pressekonferenz im Mannschaftsquartier "Hotel Pichlmayrgut" in Pichl bei Schladming zu sehen. (Foto: Erich Spiess)



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