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Ressort:
Snowboard | Datum: 14.1.12 8:00 |
Jauerling (NÖ) | khw
Prommegger triumphiert am Jauerling
5000 begeisterte Fans bejubelten beim Parallelslalom am Jauerling (NÖ) den sechsten Weltcupsieg des Salzburgers Andreas Prommegger. Benjamin Karl wurde unmittelbar hinter Siegfried Grabner Achter. Bei den Damen belegte Marion Kreiner den starken dritten Platz.

Andreas Prommegger präsentierte sich am Jauerling in bestechender Form und feierte seinen sechsten Weltcupsieg. (Foto: FIS / Oliver Kraus)
5000 begeisterte Fans machten die Weltcuppremiere im Sportland Niederösterreich am Freitag auf dem Jauerling zu einem Snowboard-Event der Superlative und bejubelten am Ende den Triumph von Andreas Prommegger, der sich im Finale eines ereignisreichen Parallelslaloms gegen den russischen Überraschungsmann Andrey Sobolev durchsetzte und damit den sechsten Weltcupsieg in seiner Karriere feierte. Auch bei den Damen gab es einen Podestplatz für den ÖSV: Marion Kreiner setzte sich im kleinen Finale gegen die Deutsche Amelie Kober durch und wurde Dritte.
Der erste Weltcuperfolg von Prommegger auf heimischem Schnee hing im Viertelfinale an einem seidenen Faden. Im Duell mit seinem ÖSV-Teamkollegen Siegfried Grabner drehte der Salzburger einen Rückstand von 0,8 Sekunden noch in ein hauchdünnes "Guthaben" von einer Hundertstel um. Der zweifache Saisonsieger Roland Fischnaller (ITA), der zuvor Benjamin Karl ausgeschaltet hatte, konnte in der Vorschlussrunde Prommegger ebenso wenig stoppen wie Sobolev im Finale.
"Es ist wunderschön, dieses Rennen gewonnen zu haben. Ich habe jeden Lauf genossen und mich riesig gefreut, dass ich hier zehnmal herunterfahren durfte. Ein Heimrennen vor so einer Kulisse zu fahren und auch noch zu gewinnen, ist einzigartig. Es ist unglaublich, ich hatte richtig Gänsehaut und musste mit den Tränen kämpfen, so emotional ist dieser Sieg für mich", ließ Prommegger seiner Freude freien Lauf.

Benjamin Karl musste sich im Viertelfinale gegen den starken Italiener Roland Fischnaller geschlagen geben. (Foto: FIS / Oliver Kraus)
Nicht nach Wunsch lief es hingegen für Lokalmatador Benjamin Karl, der nach dem ersten Viertelfinal-Run gegen Roland Fischnaller zwar mit der Penalty-Time von 1,19 Sekunden führte und nach einem weiteren Fehler des Italieners im zweiten Lauf den Aufstieg bereits in der Hand zu haben schien, doch dann strauchelte auch der Niederösterreicher. Dabei verlor Karl so viel Tempo, dass er Fischnaller noch ziehen lassen musste.
"Ich bin von Beginn an nie richtig ins Fahren gekommen. Mich zipft es natürlich an, dass ich schon im Viertelfinale rausgeflogen bin. Die Erwartungen waren sehr hoch, daher war ich nervöser als bei jedem Großereignis. Dieses Rennen hat mir gezeigt, dass ich noch lernen muss, mit so einem Druck richtig umzugehen. Aber die Veranstaltung war gewaltig, ich habe noch nie so ein geiles Snowboard-Rennen erlebt", bilanzierte Karl, der unmittelbar hinter Siegfried Grabner Achter wurde. Nach dem Rennen verriet Karl, dass er und seine Ehefrau Nina Anfang Juli Nachwuchs erwarten.
Siegfried Grabner haderte natürlich mit seinem knappen Ausscheiden im Viertelfinale, tröstete sich jedoch mit der tollen Atmosphäre am Jauerling: "Mit einer Hundertstel auszuscheiden, ist natürlich bitter. Die Stimmung war gewaltig. Ich fahre seit 20 Jahren Snowboard und seit 19 Jahren im Weltcup, aber so etwas wie hier habe ich noch nie gesehen."
Ingemar Walder, der vierte Österreicher im Finale, musste sich in der Auftaktrunde gegen den späteren Finalisten Sobolev lediglich um elf Hundertstel geschlagen geben und wurde Elfter. "Das war eine enge Sache, aber die Tendenz zeigt bei mir deutlich nach oben", meinte der Osttiroler.

Marion Kreiner kämpfte im kleinen Finale die Deutsche Amelie Kober nieder und wurde Dritte. (Foto: FIS / Oliver Kraus)
Bei den Damen fuhr Marion Kreiner bereits zum dritten Mal in dieser Saison auf Platz drei. "Das war kein einfaches Rennen, deshalb bin ich auch happy mit dem dritten Platz. Leider habe ich im Semifinale gegen meine 'Lieblingsgegnerin' Tudegesheva einen Fehler gemacht, der mich das Finale gekostet hat."
Ina Meschik (6.), Claudia Riegler (8.) und Julia Dujmovits (9.), die nach klarer Bestzeit in der Qualifikation im Achtelfinale gegen Ekaterina Tudegesheva (RUS) stürzte und ausschied, landeten ebenfalls in den Top Ten. Den Sieg holte sich die Schweizerin Patrizia Kummer vor Tudegesheva.
Morgen Sonntag folgt Teil zwei des heimischen PSL-Doppelpacks in Bad Gastein. "Auf dem Buchebenhang haben sich unsere Fahrer immer schon sehr wohl gefühlt. Wir werden auch heuer wieder Vollgas geben", verspricht ÖSV-Parallel-Headcoach Tom Weninger.
ÖSV-Aufgebot für Bad Gastein (Parallelslalom):
Herren: Siegfried Grabner (K), Benjamin Karl (NÖ), Andreas Lausegger (K), Lukas Mathies (V), Andreas Prommegger (S), Anton Unterkofler (S), Manuel Veith (ST), Ingemar Walder (T).
Damen: Julia Dujmovits (B), Marion Kreiner (ST), Ina Meschik (K), Heidi Neururer (T), Claudia Riegler (S), Sabine Schöffmann (K).
Programm für den Weltcup-Parallelslalom in Bad Gastein:
08.50 Uhr: Qualifikation
12.30 Uhr: Finale (LIVE in ORF Sport+, Aufzeichnung in ORF eins ab 16.40 Uhr)
Resultat Herren | PSL Jauerling | 13.1.2012 Resultat Damen | PSL Jauerling | 13.1.2012
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