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Ressort: Verband | Datum: 19.10.11 16:41 | Wien | fb

Matthias Lanzinger will zu den Paralympics!

Der ehemalige Weltcup-Rennläufer Matthias Lanzinger steigt in den alpinen Behindertensport ein. Erstes großes Ziel des 30-jährigen Salzburgers sind die Paralympics 2014 in Sotschi. Das gab Lanzinger am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bekannt.

Neue Ziele: Matthias Lanzinger will zu den Paralympics 2014 in Sotschi. (Foto: GEPA)

"Nachdem ich meine berufliche Karriere absichern konnte, habe ich wieder auf mein Herz gehört. Es war mein Herzenswunsch, wieder als Rennfahrer an den Start zu gehen”, betonte Matthias Lanzinger bei der heutigen Pressekonferenz in Wien.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gratulierte Lanzinger zu seiner Entscheidung. "Das freut uns sehr. Lanzinger ist einer, der etwas vorgezeigt hat, das nur ganz Wenige können: Er hat gezeigt, wie man mit einem großen Rückschlag umgehen kann und zurück ins Leben findet. Das sollte uns allen ein Vorbild sein”, erklärte Schröcksnadel.

Auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum freute sich über die Rückkehr des Salzburgers. "Das ist eine Riesenchance für alle Beteiligten. Das hat es noch nie gegeben, dass ein Weltklassesportler nach einem schweren Unfall im Behindertensport zurückkehrt."

ÖSV-Präsident Prof. Peter Schröcksnadel unterstützte Lanzingers Schritt in den Skirennsport zurückzukehren. (Foto: GEPA)

Vom Sturz bis zum Neuanfang
Chronologie des Unfalls von Matthias Lanzinger

2. März 2008: Matthias Lanzinger geht mit Startnummer 30 in den Weltcup- Super- G in Kvitfjell, rammt beim vorletzten Sprung ein Tor und kommt bei Höchsttempo schwer zu Sturz. Laut erster Diagnose besteht keine Lebensgefahr, der 27- Jährige, der in die Ulleval- Universitätsklinik Oslo geflogen wird, zieht sich jedoch u.a. einen offenen Unterschenkelbruch im linken Bein zu. Zudem werden bei der ersten, neunstündigen Operation schwere Gefäßverletzungen festgestellt.

3. März 2008: Lanzinger wird aufgrund der Gefäßverletzungen im Tiefschlaf gehalten. Aufgrund der Komplikationen reist der Salzburger Gefäßspezialist Thomas Hölzenbein nach Oslo. Anhaltende Durchblutungsprobleme zwingen Lanzinger neuerlich auf den OP-Tisch. Laut Hölzenbein ist die Durchblutung sehr kritisch und schlecht.

4. März 2008: Die Hiobsbotschaft aus Norwegen nach einer weiteren, mehrstündigen OP lautet, dass Lanzingers linker Unterschenkel amputiert werden muss. In Folge des irreparablen Gewebeschadens sei eine Amputation zur Vermeidung von dauerhaften schwerwiegenden Folgen unvermeidbar.

13. März 2008: Lanzinger nimmt im Salzburger Landeskrankenhaus erstmals seit seinem Unfall öffentlich zu seinem Schicksal Stellung.

1. April 2008: Bei seiner Rehabilitation in Bad Häring (Tirol) macht Lanzinger die ersten Schritte mit seiner neuen Unterschenkel-Prothese.

9. Mai 2008: Der Salzburger verlässt nach 46 Tagen das Rehabilitationszentrum in Bad Häring.


Beruflicher Werdegang nach dem Ende der Skikarriere:

Oktober 2008: Beginn Studium der Betriebswirtschaft und Sportmanagement (an der Privatuniversität Schloss Seeburg/Seekirchen am Wallersee)

Oktober 2008: Einstieg im Marketingbereich bei der Fa. Salomon

Oktober 2008: Kooperation mit dem ORF – mit eigener Serie „Bilanzinger" in Sport am Sonntag.

Oktober 2008: Beginn als Kolumnist bei der Kronen Zeitung

Mai 2009: Verlängerung mit dem langjährigen Sponsorpartner Fa. Gaulhofer

Juni 2009: Testimonial für die Raiffeisen-Versicherung („Botschafter für die Sicherheit“)

Matthias Lanzinger befindet sich zurzeit im 7. Semester seines Studiums. Im Juli 2010 heiratete der Salzburger seine langjährige Freundin Eva. Im September dieses Jahres kam die gemeinsame Tochter Laura zur Welt.

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