Alessandro Hämmerle fährt auf Rang sieben

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Foto: Miha Matavz Alessandro Hämmerle (rotes Trikot) konnte im Halbfinale einen zu weit geratenen Sprung nicht stehen und holte am Ende Platz sieben.

Alessandro Hämmerle hat beim Snowboardcross-Weltcup in Cervinia (ITA) das kleine Finale gewonnen und unmittelbar vor seinem ÖSV-Teamkollegen Jakob Dusek als bester Österreicher Rang sieben erreicht. Das Rennen war von einem Sturz von Hämmerles Bruder Luca überschattet, der im Viertelfinale bei der Zieldurchfahrt hart aufschlug und dabei eine Gehirnerschütterung erlitt.

"Wichtig ist vor allem, dass es Luca bald wieder gut geht", dachte Alessandro Hämmerle zunächst an seinen Bruder, ehe er sich auch kritisch mit dem Rennen auseinandersetzte. "Der Wind hat ständig gewechselt, daher war es extrem schwierig, den richtigen Speed zu finden", meinte Hämmerle, der damit auch auf die Situation im Semifinale anspielte, als ein Sprung im Mittelteil des in Führung liegenden Vorarlbergers aufgrund des an dieser Stelle herrschenden Rückenwindes viel zu weit ging. "Ich habe die Kurve davor sehr gut erwischt und bin daher mit großer Geschwindigkeit zu diesem Sprung gekommen, bei dem mich der Wind bis ins Flache geweht hat. Ich habe nur mit Mühe einen schweren Sturz verhindern können, aber die Chance auf das große Finale war natürlich dahin. Ich habe mich schon nach dem ersten Training zu einigen Passagen auf diesem Kurs kritisch geäußert, aber eine Reaktion darauf ist leider ausgeblieben. Mein Verständnis von Snowboardcross ist nämlich nicht, Läufe nur herunterzubremsen", merkte Hämmerle an.

Luca Hämmerle hat zum Glück außer der Gehirnerschütterung keine weiteren Verletzungen erlitten. Das ergab eine umfassende Untersuchung des 23-jährigen Montafoners im Krankenhaus in Aosta, wohin Hämmerle nach seinem Sturz gebracht wurde.

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Foto: GEPALuca Hämmerle zog sich bei seinem Sturz eine Gehirnerschütterung zu, erlitt aber ansonsten zum Glück keine Verletzungen.

Jakob Dusek verpasste im Fotofinish gegen den Australier Cameron Bolton als Vierter seines Semifinal-Heats zwar hauchdünn den Einzug in das große Finale, zog nach Platz acht und seinem besten Weltcupresultat aber dennoch zufrieden Bilanz: "Wenn man in Betracht zieht, dass ich gestern den ganzen Nachmittag noch mit Magen-Darm-Problemen im Bett verbracht habe, ist das ein Top-Ergebnis für mich. Schade war nur, dass es sich nach der knappen Entscheidung im Halbfinale nicht für das große Finale ausgegangen ist. Für unser Team ist jetzt vor allem wichtig, dass Luca möglichst rasch wieder fit wird", meinte Dusek. Die Platzierungen der weiteren ÖSV-Herren: 15. Julian Lüftner, 19. Luca Hämmerle, 31. David Pickl, 39. Sebastian Jud. Lukas Pachner war wegen einer Bauchmuskel-Verletzung nicht am Start.

Mit seinem ersten Weltcupsieg löste der Italiener Lorenzo Sommariva in der SBX-Gesamtwertung mit 1.400 Punkten Alessandro Hämmerle (1.360) als Spitzenreiter ab. Hinter Sommariva landeten Emanuel Perathoner (ITA) und Merlin Surget (FRA) auf den Plätzen zwei und drei. Auch bei den Damen gab es durch Michela Moioli einen italienischen Sieg. Die Olympiasiegerin von Pyeongchang gewann vor der Französin Chloe Trespeuch und ihrer Landsfrau Sofia Belingheri. Die Niederösterreicherin Katharina Neussner musste aufgrund von Magen-Darm-Virus auf ein Antreten verzichten.

Nächste Weltcup-Station der Snowboardcrosser ist am 25. und 26. Jänner 2020 das kanadische Big White, wo ein Einzelbewerb und eine Mixed-Team-Konkurrenz gefahren werden.

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