Causa Dürr: ÖSV gewinnt Zivilprozess

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Das Landesgericht Innsbruck hat der Klage des ÖSV gegen den ehemaligen Langläufer und mehrfachen Dopingsünder Johannes Dürr in seinem Urteil in allen Punkten recht gegeben.

Dürr wird zur Unterlassung seiner Äußerungen, zum Widerruf derselben auf seiner Facebook Seite „Der Weg zurück“ binnen 14 Tagen als unwahr, sowie zum Ersatz der Verfahrenskosten verpflichtet. Dürr hatte öffentlich behauptet, der ÖSV würde seiner Meinung nach vor Doping die Augen verschließen und Doping hinnehmen, solange der Dopende sich dabei nicht erwischen lasse.

Das Gericht betont in der Urteilsbegründung dezidiert, dass sich der ÖSV der „Einhaltung einer Null Toleranz-Politik gegenüber Doping verschrieben“ habe und führt explizit aus: „Dass es schwarzen Schafen gelingt, vom ÖSV unbemerkt zu dopen, ist nicht dem Leistungssport gezollt, sondern das Werk krimineller Agitatoren, vor dem auch der Kläger trotz der gesetzten Präventiv- und Kontrollmaßnahmen nicht gefeit ist.“ Damit anerkennt das Gericht die zahlreichen Maßnahmen des ÖSV gegen Doping und bestätigt, dass auch derartige Präventiv- und Kontrollmaßnahmen kriminelle Doping-Machenschaften nicht verhindern können.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel wertet das Urteil gegen Johannes Dürr als wichtigen Erfolg und als Beweis dafür, dass die „Null Toleranz-Politik des ÖSV nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, wie uns von manchen Medien des öfteren unterstellt wird, sondern gelebte Praxis. Jetzt haben wir dafür sogar eine gerichtliche Bestätigung. Deutlicher kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass alle unsere Anti-Doping-Aktivitäten kriminelle und heimliche Machenschaften einzelner nicht zu 100% verhindern können.“ Kritisch merkt Schröcksnadel an, dass Journalisten Johannes Dürr erstaunlich viel Raum und Sendezeit zur Verfügung gestellt, und damit einem kriminellen Dopingsünder der Sensation willen sehr viel Glaubwürdigkeit geschenkt haben, ebenso einige selbsternannte Experten.

Weiters verweist das Gericht ausdrücklich auf das verpflichtend von allen ÖSV-Athleten zu absolvierende Anti-Doping E-Learning-Programm sowie den Einsatz von Prof. Wolfgang Schobesberger als Anti-Doping-Beauftragten zur Dopingprävention. Darüber hinaus wird festgestellt, dass die Athleten verpflichtet sind, regelmäßig Anti-Doping-Schulungen zu absolvieren und Lizenzerklärungen zu unterschreiben, in denen sie sich verpflichten, die nationalen und internationalen Anti-Doping-Regularien einzuhalten. Auch das Umfeld der Athleten sei in dieses Maßnahmenpaket eingebunden und müsse entsprechende Schulungen absolvieren.

Im Verfahren wurden auch die die Motive Dürrs erörtert. Dieser hatte seine haltlosen Behauptungen für die Zwecke seiner Selbstpromotion verbreitet. Dürr plante damals sein Comeback bei der Nordischen Ski-WM 2019, bei der er ohne Verbandsunterstützung antreten wollte. Wie aus diversen Medienberichten bekannt ist, haben die „Aufdecker"-Ambitionen Dürrs sowie dessen Bemühungen, werbewirksam seinen „Weg zurück" in den Langlaufsport zu suchen, mittlerweile durch geradezu skandalträchtige Ereignisse ein jähes Ende gefunden. Dürr, der einen aktuellen Dopingskandal durch Preisgabe von Informationen aufdecken und sich dabei selbst medial prominent als nunmehr „auf dem richtigen Weg" und als „geläuterter ehemaliger Sünder" präsentieren wollte, hat selbst bis zuletzt Blutdoping betrieben. Seine gesamte Geschichte, die er auch im Rahmen des von ihm und einem Co-Autor verfassten Buches vermarkten wollte, ist vor diesem Hintergrund wie ein „Kartenhaus" über ihm zusammengebrochen. Dürr schreckte bis zuletzt nicht davor zurück, der Öffentlichkeit und selbst ihm nahestehenden Personen wie seinem Co-Autor, seiner Familie etc, ein gewaltiges Lügenkonstrukt aufzutischen, andere als „Dopingsünder", Mitwisser etc anzuschwärzen und seine angebliche „Läuterung" geschäftlich zu vermarkten, während er selbst still und heimlich weiterhin Doping betrieben hat. Er hatte selbst in seiner Einvernahme eingeräumt, dass er bei seiner damaligen Beschuldigtenvernehmung den Behörden gezielt Informationen vorenthalten, sohin die Behörden angelogen habe. Gegen derartige falsche Informationen sind auch die Behörden letztlich machtlos.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, Johannes Dürr hat vier Wochen Zeit, um gegen das Urteil zu berufen.

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