Digitale Schussbilder dank innovativer Software

Team+Cloudflight
Foto: Cloudflight In Obertilliach statteten die Entwickler der Firma Cloudflight dem ÖSV-Biathlonteam einen Besuch ab.

Gemeinsam mit dem Unternehmen Cloudflight hat der ÖSV eigens eine Software entwickelt, um Schussbilder digital an Betreuer und Athleten an der Strecke zu übermitteln. Eine einzigartige und innovative Lösung, die erst durch jahrelange Entwicklungsarbeit und eine kooperative Partnerschaft realisiert werden konnte.

Ein kurzer Blick durch das Fernglas genügt Herren-Cheftrainer Ricco Groß, um das abgegebene Schussbild seiner Athleten zu bestimmen. Ist eine klare Tendenz der abgegebenen fünf Schüsse in eine bestimmte Richtung zu erkennen, ist eine Korrektur der Visierlinie am Diopter die logische Reaktion. Um dem Athleten, der sich bereits wieder auf der Strecke befindet, diese Information zu übermitteln, zieht Ricco Groß das Tablet aus der Tasche, markiert die Position der Schüsse in der eigens entwickelten App und leitet dieses Bild an die Betreuer an der Strecke weiter. Damit erhält der Athlet die Möglichkeit, eine grafische Darstellung seines Schussbildes während des Wettkampfes zu sehen. Eine äußerst elegante Lösung, hinter der aufwendige Forschungsarbeit steckt.

 „International gesehen gibt es keine vergleichbare Software, obwohl viele andere Nationen bereits versucht haben, Ähnliches zu entwickeln.“

Ricco Groß, ÖSV-Cheftrainer Herren

Ricco
Foto: CloudflightPer App erstellt ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß das digitale Schussbild und leitet es an Betreuer an der Strecke weiter.
Jahrelange Entwicklung

Vor über sieben Jahren wurde erstmals mit der Programmierung dieser Software begonnen, die seither immer weiter verbessert und adaptiert wurde. „Die App ist gerade in der Wettkampfsituation und als Analyse-Tool ein echter Gewinn für unser Team. International gesehen gibt es keine vergleichbare Software, obwohl viele andere Nationen bereits versucht haben, Ähnliches zu entwickeln“, meint etwa ÖSV Herren-Cheftrainer Ricco Groß.
„Ein Schussbild am Tablet darzustellen, ist ja recht simpel. Die Quintessenz der Software ist es aber, den Informationsfluss unter Wettkampfbedingungen mit hundertprozentiger Zuverlässigkeit hinzubekommen. Die Herausforderung bestand darin, dass die Software von mehreren Personen zeitgleich verwendet wird und ein passender Algorithmus gefunden werden musste, der die Daten abgleicht und filtert. Die Usability musste zudem bis ins letzte Detail mit den Trainern abgestimmt werden“, so Georg Ogris, bei Cloudflight unter anderem für Machine Learning und Data Science zuständig.

„Man muss die Prozesse und Herausforderungen der Trainer und Athleten bis ins kleinste Detail verstehen, um am Ende ein hochwertiges Produkt anbieten zu können. Solche spannenden Projekte können nur gemeinsam umgesetzt werden.“

Armin Blaha, Business Developer bei Cloudflight

CF+Ricco
Foto: CloudflightGemeinsam mit den Entwicklern von Cloudflight wird immer weiter an der Software gearbeitet.
Enge Zusammenarbeit

Um das Programm perfekt auf die Bedürfnisse der Trainer und Athleten anzupassen, bestand immer eine enge Zusammenarbeit zwischen dem ÖSV und den Entwicklern. „Man muss die Prozesse und Herausforderungen der Trainer und Athleten bis ins kleinste Detail verstehen, um am Ende ein hochwertiges Produkt anbieten zu können. Solche spannenden Projekte können nur gemeinsam umgesetzt werden.“, erklärt Armin Blaha, Business Developer bei Cloudflight und ergänzt: „Wir hören von Anfang an zu und gehen individuell auf die Bedürfnisse ein. Das führt zu langjährigen Partnerschaften mit unseren Kunden und spiegelt auch genau unsere Firmen-Identität wider.“

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Foto: GEPAVom Betreuer an der Strecke werden dem Athleten das digitale Schussbild und die notwendigen Diopter-Korrekturen angezeigt.
Laufender Prozess

In Peking wird das Programm bereits zum dritten Mal im Zuge von Winterspielen im Einsatz sein. Über die Jahre fanden laufend Adaptierungen statt und immer wieder neue Funktionen wurden integriert. Neben der Schussbild-Übermittlung entwickelte sich die App über die Jahre auch zu einem umfangreichen Analyse-Tool, mit einer Datenbank von unzähligen Schussbildern. Am Ende ist aus einer fortschrittlichen Idee ein Alleinstellungsmerkmal des ÖSV entstanden, dass dem Team auch in Zukunft Treffsicherheit garantieren soll.

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