Eberhard holt Bronze im Massenstart   

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Foto: ÖSV/Gerald Sonnberger Julian Eberhard durfte zum Abschluss der Biathlon-WM in Östersund über seine erste Einzelmedaille jubeln.

Was war das für ein verrückter Massenstart bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Östersund (SWE), welcher am Ende Bronze für Julian Eberhard und damit noch ein Happy End für das österreichische Biathlonteam brachte. 

Die letzte Goldmedaille ging an Dominik Windisch (ITA), der sich mit einer fehlerlosen Finalserie aus eigentlich aussichtsloser Position (12.) noch zum WM-Titel schoss. Insgesamt musste der Südtiroler genauso wie Antonin Guigonnat (+22,8 sec.) dreimal in die Strafrunde. Der Franzose konnte sich im Zielsprint 0,5 Sekunden vor Julian Eberhard durchsetzen, der trotz vier Strafrunden im letzten Rennen dieser Titelkämpfe über Bronze jubelte.                       

RENNVERLAUF                         

Julian Eberhard und Simon Eder konnten sich von Beginn an in der Spitzengruppe behaupten. Nachdem das Salzburger Duo beide Liegendserien fehlerlos absolvierte, ging Eberhard als Siebenter (+7,3 sec.) bzw. Eder als Zehnter (+14,8 sec.) in die dritte Runde. Während Eder in der Loipe sukzessive an Zeit verlor, kam Eberhard gemeinsam mit der Spitze zum ersten Stehendschießen. Dort wendete sich das Blatt. Während Eberhard bei widrigen Windbedingungen am Schießstand wie viele andere Topleute strauchelte und drei Mal in die Strafrunde einbiegen musste, katapultierte sich Eder mit seiner dritten fehlerlosen Serie von Rang zwölf auf Rang vier vor. Das letzte, alles entscheidende Schießen wirbelte das Klassement dann erneut völlig durcheinander. Bei teils böigem Wind schoss sich das Spitzenduo Johannes Thingnes Bö und Evgeniy Garanichev so wie viele andere aus dem Medaillenrennen, Eder und Julian Eberhard schufen sich mit je einem Fehler als Zweiter bzw. Vierter hingegen eine tolle Ausgangsposition für die letzte Runde. Während Eder in der letzten Runde schnell abreißen lassen musste und am Ende Siebenter (+43,9 sec.) wurde, belohnte sich Eberhard nach der drittschnellsten Schlussrunde mit Bronze. Der Tiroler Felix Leitner beendete das Rennen mit vier Fehlern auf Rang 19.

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Foto: ÖSV/Gerald SonnbergerEnde gut, alles gut: Nach dem Massenstart, der mit einer Bronzemedaille für Julian Eberhard endete, herrschte im ÖSV-Team kollektive Jubelstimmung.
STIMMEN         

Julian Eberhard: „Es war ein langer Weg bis zur ersten Einzelmedaille. Es hat sich alles auf das letzte Rennen zugespitzt. Fünf so lange Runden und vier so harte Schießen … es war echt beinhart und zwischenzeitlich habe ich nicht mehr geglaubt, dass ich noch ins Ziel komme. Ich habe dann beim letzten Schießen gesehen, dass nahezu alle in der Strafrunde kreiseln. Da habe ich gedacht, dass ich jetzt so schnell wie möglich raus muss. In der letzten Runde sind mir die vielen harten Trainingsstunden durch den Kopf gegangen und ich dachte 'Das zahlt sich jetzt aus'. Dann bin ich nur noch marschiert. Jetzt bin ich einfach glücklich."

Simon Eder: „Es war wieder ein tolles Rennen. Bei diesem Wind nur ein Fehler, ist super, ein Nuller war nahezu unmöglich. Normalerweise machst du damit eine Medaille, aber meine Einschätzung vor dem Rennen hat sich bestätigt. Julian hat die Chance auf eine Medaille, ich maximal auf die Top-Ten. Läuferisch schwanke ich derzeit zwischen 'Aufgeben' und 'Durchlaufen'. Gratulation an Julian. Er hat lange dafür gekämpft und nie aufgegeben. Ich habe mich sogar gefreut, wie er bei mir vorbeigezogen ist. Diese Medaille tut der ganzen Mannschaft gut."

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