Kombi-Damen trainieren in Villach

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GEPA Die erste Trainingsgruppe der ÖSV-Kombiniererinnen: v.l. Laura Pletz, Anja Rathgeb, Claudia Purker, Annalena Slamik, Sigrun Kleinrath, Lisa Hirner

Diese Woche traf sich die erste Trainingsgruppe der nordischen Kombiniererinnen in Planica und Villach zum zweiten gemeinsamen Trainingskurs der Saison.

Insgesamt sechs Athletinnen gehören der ersten Trainingsgruppe an. Die Speerspitze der noch junge Truppe stellen Lisa Hirner (STK) und Sigrun Kleinrath (OÖ), die beiden schon in verschiedenen Continentalcups Podestplätze erobern konnten. Komplettiert wird das Team von Annalena Slamik (T), der ehemaligen Spezial-Springerin Claudia Purker (S) sowie den beiden jüngsten im Team Laura Pletz und Anja Rathgeb (beide STK). Rekonvaleszent und deshalb beim Training noch nicht mit dabei ist die Steirerin Eva Hubinger, die nach wie vor an einem Kreuzbandriss laboriert. Sie wird ihr Comeback auf der Schanze voraussichtlich Mitte September geben.

Am Programm standen Trainingseinheiten in Planica and der Schanze und Rollerstrecke sowie eine Sprung- und Rollereinheit in der Alpenarena in Villach. Die diesjährige Vorbereitung ist eine ganz besondere in der Geschichte der noch jungen Frauen-Sportart nordische Kombination. Im kommenden Winter werden nämlich erstmalig drei Weltcupbewerbe ausgetragen. Geplant sind diese gemeinsam mit den Herren in Lillehammer (NOR; 4. - 5.12.2020), Otepää (EST; 2. - 3.1.2021) sowie zum Saisonfinale in Schonach (GER; 20.3.2021). Das Highlight in der kommende Saison ist jedoch zweifelsohne der erste WM-Bewerb im Rahmen der nordischen Ski-WM in Oberstdorf (27.2.2021, HS106, 5km)

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GEPABernhard Gruber (Mitte) wechselte für den Trainingskurs der Damen die Seiten und stand Cheftrainer Bernhard Aicher (l.) und seinem Co Oliver Krenn (re.) mit Rat und Tat zur Seite

Um das Training bestmöglich zu gestalten, holte sich das Team von Cheftrainer Bernhard Aicher für diesen Trainingskurs Verstärkung. Kombi-Ass Bernhard Gruber, der aufgrund seines Eingriffs an einem Herzkranzgefäß derzeit nur leicht trainieren kann, begleitete das Team diese Woche als Trainingsgast, Sparringspartner und Mentor.

Für den Bad Hofgasteiner war es eine komplett neue Erfahrung: „Es ist richtig spannend, einmal die Seiten zu wechseln und die Dinge aus Sicht der Trainer zu sehen. Da sind so viele Sachen zu berücksichtigen, die man als Athlet gar nicht wahrnimmt. Hut ab vor den Trainern, was die alles leisten. Die Tage hier in Planica und Villach haben richtig Spass gemacht und ich hoffe, dass ich den Mädels etwas von meinem Wissen und meinen Erfahrungen weitergeben konnte“, so Berni Gruber.

ÖSV-Damen Cheftrainer Bernhard Aicher:

„Der Kurs hier in Villach und Planica ist der erste gemeinsame Trainingskurs, bei dem alle Mädchen aus den ÖSV-Kadern gemeinsam trainieren. Wir haben die Woche sehr viel individuell trainiert, aber auch einige Einheiten gemeinsam absolviert, in denen sich die Mädchen gegenseitig pushen konnten. Da und dort trifft man an den Schanzen auch die Konkurrenz, die Woche zum Beispiel sind wir in Planica einmal gemeinsam mit den Deutschen gesprungen. In der noch junge Damen-Sportart wittern nun einige Nationen ihre Chance und haben dafür auch Team- und Personaltechnisch aufgestockt. Natürlich schaut man da schon mit einem Auge hin, der Fokus liegt aber klar bei uns. Wir haben eine schlagkräftige, junge Truppe beisammen. Neben Lisa (Hirner, Anm.) und Sigrun (Kleinrath, Anm.), die beide schon Podestplätze im Continentalcup erobern konnten, haben wir mit Claudia Purker auch eine Quereinsteigerin mit dabei, die erst dieses Frühjahr aus dem Lager der Spezialspringer zur nordischen Kombination gewechselt ist. Wo wir als Team im internationalen Vergleich stehen kann man derzeit aber noch nicht sagen, dafür fehlen uns die Vergleiche. Sehr cool ist, dass mit Berni Gruber eine Leitfigur der nordischen Kombination beim Kurs mit dabei ist. Die Mädchen können von seinem enormen Erfahrungsschatz profitieren und er hat sein Wissen auch schon bei diversen Trainingseinheiten weitergegeben.“

 

Trainingskurs der Damen in Villach und Planica
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GEPAVoll fokussiert durch die Vorbereitung: Lisa Hirner

Lisa Hirner: „Das Training während der Coronazeit war schon etwas mühsam, ich habe in Eisenerz zuhause aber den Umständen entsprechend gut trainieren können. Es tut jetzt richtig gut, wieder einmal mit allen aus dem Team gemeinsam zu trainieren. Im Springen ist bei mir noch etwas der Wurm drin, das gilt es jetzt die nächsten Wochen noch auszubügeln. Läuferisch bin ich schon richtig gut drauf. Wir werden sehen, wie die kommende Saison wird und ob alles so stattfinden kann wie geplant. Ich bin jedenfalls top motiviert und peile sowohl im Weltcup als auch bei der WM Podestplätze an.“

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GEPASigrun Kleinrath schraubt sich über Villach in die Lüfte

Sigrun Kleinrath: „Der Trainingskurs ist ein ganz besonderer Kurs, weil wir alle einmal gemeinsam trainieren. Das kommt nicht so oft vor, weil sonst jeder viel in den Leistungszentren trainiert. die Stimmung im Team ist perfekt, wir sind wie eine kleine Familie und pushen uns gegenseitig. Wir können alle voneinander profitieren und uns zudem noch Tipps von Berni Gruber holen. Die nächste Saison wird eine ganz besondere für uns, ich möchte das Flair im Weltcup so gut wie möglich aufsaugen und schauen, wie sich alles entwickelt. Natürlich träume ich auch von Spitzenplatzierungen in den Top 5 oder sogar Top 3. Wir sind mehr eine kleine Familie und es macht richtig spass, wir pushen uns, man freut sich für die anderen.“

Annalena Slamik: „Klar ist die Vorbereitung im Hinblick auf den ersten Weltcup und die WM etwas besonderes. Man kann aber eh nichts anderes machen als optimal zu trainieren, von dem her gehe ich gelassen an die Sache ran. Ich möchte mich optimal auf den Winter vorbereiten und dann mein Potential abrufen. Der Rest muss von selber kommen und passieren. Aber so eine Top 5 Platzierung im Weltcup oder sogar bei der WM wäre schon richtig cool.“

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GEPAEx-Spezialspringern Claudia Purker (r.) fühlt sich wohl in ihrer neuen "Umgebung"

Claudia Purker: „Vergangene Saison habe ich mich schwer getan im Spezialspringen und gemerkt, dass ich was ändern muss. Mein Stützpunkttrainer Alex Diess hat mich dann gefragt, ob ich nicht einmal in die Kombination reinschnuppern möchte. Das Langlaufen hat mir dann von Anfang an gefallen und ich habe dann im Frühjahr die Chance ergriffen, zur Kombination zu wechseln. Klar habe ich im Laufen noch Aufholbedarf, daran arbeite ich derzeit hart.“

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