Mayrhofer holt WM Silber im Slalom

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Foto: privat Österreichs Snowboard-Delegation durfte sich beim WM-Auftakt über eine Silbermedaille von Patrick Mayrhofer (re.) freuen.

Patrick Mayrhofer fuhr bei der Para Snowboard WM in Pyha (FIN) im Banked Slalom in beiden Läufen die zweitschnellste Zeit und gewann Silber.

Am ersten Wettkampftag präsentierte sich der Norden Finnlands tief winterlich. Bei regem Schneetreiben fand mit dem Banked Slalom der erste WM-Bewerb statt. Die ÖSV-Athleten kamen mit großen Erwartungen nach Pyha. So stand vor allem Patrick Mayrhofer als Führender in der Banked Slalom Weltcupwertung und Reinhold Schett als Dritter in der Weltcupwertung als mögliche Medaillenanwärter fest. Auch Rene Eckhart rechnete nach dem guten Abschneiden bei den letzten Rennen in La Molina mit einem guten Resultat.

Überzeugen konnte vor allem Patrick Mayrhofer in der Klasse UL. Mayrhofer fuhr in beiden Läufen die zweitschnellste Zeit, die nur von dem Franzosen Montaggioni übertroffen wurde. „Die 13 als Startnummer konnte mir nur Glück bringen, darin habe ich früher schon Fußball gespielt“, grinste ein glücklicher Patrick Mayrhofer nach dem Rennen. „Der Kurs war genial gebaut, heute lag es nur an uns Sportlern und leider war Maxime einfach einen Ticken besser als ich“.

Reinhold Schett fuhr in der LL1 Klasse auf den vierten Platz. Er schließt sich den Worten Mayrhofers an: „Die Veranstalter haben einen tollen Kurs hingebaut. Leider habe ich im ersten Lauf nicht mit den Zeiten von Schultz, Elliot und Vos mithalten können. Im zweiten Lauf habe ich nochmals alles gegeben und meine Zeit verbessert, aber die Lücke auf das Podium nicht schließen können“. Auch Rene Eckhart hatte mit sich und dem Schnee zu kämpfen. Er kam als Neunter ins Ziel.

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Foto: privatPatrick Mayrhofer (li.) strahlte über WM-Silber im Banked Slalom.

Für den letzten Wettbewerb bei den World Para Snowboard Championships brauchten die Teams gute Nerven. Am Freitag stand das Training für den Snowboardcross auf dem Programm. Gleich zu Beginn des Trainings hatte man mit Schnee und Regen zu kämpfen sowie mit einer längeren Pause aufgrund eines Unfalls. Schlussendlich folgt noch der Trainingsabbruch wegen eines Stromausfalls im ganzen Skigebiet. Am Nachmittag versuchte man das Training wieder weiterzuführen, musste es aber – als alle Athleten schon am Start standen – wieder abbrechen, da der Wind zu stark war

Schett als Vierter bester Österreicher im SBX

Somit wurde kurzerhand Training, Qualifikation und Rennen auf Samstag verschoben. Am Renntag zeigte Reinhold Schett seine Klasse, musste sich aber leider zweimal in einem Kopf an Kopf Rennen im Semifinale gegen den Niederländer Chris Vos und im kleinen Finale gegen Mike Schultz geschlagen geben. „Außer zwei Besichtigungen und der Erkenntnis, dass auch das beste Material nach vier Stunden Regen fetznass ist, haben wir am Freitag nichts erreicht. Samstags war umso härter für mich. Ich habe um 10:00 Uhr den Kurs besichtigt und um 17:45 meinen letzten Heat gefahren. Das war der längste Renntag meiner Karriere. Umso stolzer bin ich auf mein Resultat. Nach so einem Tag noch Vierter zu werden, ist eine Genugtuung“ resümierte ein erschöpfter Reinhold Schett.

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Foto: privatReinhold Schett (li.) fuhr im Snowboardcross auf Rang vier.

Auch Patrick Mayrhofer fuhr ein starkes Rennen, kam dann aber im Semifinale gleichzeitig mit Montaggioni und Lucchini zu Sturz. „Der Maxime war in der Startsektion neben mir und kam immer näher auf mich zu bis unsere Bretter sich vor dem letzten Element berührten und wir dadurch zu dritt zu Sturz kamen. Jacopo und Maxime landeten hinter dem Element, ich davor. Daher musste ich das ganz hochklettern, während sie schon wieder weiterfuhren. Das kleine Finale danach konnte ich schlussendlich noch für mich entscheiden. Natürlich bin ich enttäuscht, da es heute nicht an mir lag“ schildert Patrick Mayrhofer das Renngeschehen.

Der Trainer des Austria Para-Snowboard Teams, Jean-Claude Keipes, war vom organisatorischen Ablauf der Weltmeisterschaft enttäuscht und fand klare Worte: „Es ist meiner Meinung nach unverantwortlich, dass man einen Athleten mit einer inkompletten Querschnittslähmung ein acht Stunden langes Rennen zumutet. Man hätte Teile des Rennens auch am Sonntag austragen können.

Auch für Sonntag geplante SBX Team Event wurde kurzerhand abgesagt und durch ein „Testevent“ ersetzt, bei dem keine Medaillen vergeben wurden. Damit hat das IPC nicht nur den Snowboardcross überhastet, sondern auch den Athleten und Nationen die Möglichkeit genommen, bei einem dritten Rennen um WM Medaillen zu kämpfen.

Trotz allem freue ich mich natürlich über die guten Resultate. Im Banked Slalom holte Patrick Silber, Reini fuhr auf Platz vier und Rene auf Platz neun. Im Snowboardcross war dann Reini mit Platz vier der Stärkste, Patrick wurde Fünfter und Rene Achter. Insgesamt also eine gute Leistung vom Team, was uns Motivation für die letzte Station unseres Weltcups gibt.“

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