Nachhaltige Spurbewässerung am Bergisel

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EXPA-Pictures Peter Riedel (r.) und Bernhard Niggler von der Bergisel Betriebs Gmbh nehmen die neue Bewässerung unter die Lupe

Der Bergisel setzt in Sachen Nachhaltigkeit neue Maßstäbe. Diese Woche wurde an der Bergiselschanze in Innsbruck ein neues, ressorucenschonendes System für die Spurbewässerung verbaut.

An einem normalen Tag mit Sprungbetrieb werden am Bergisel derzeit ca. 25 Kubikmeter Wasser alleine für die Bewässerung der Anlaufspur benötigt, um die Gleitfähigkeit der Keramiknoppen zu erhalten. Bisher wurde das Wasser, das zuvor durch feine Düsen auf die Spur aufgesprüht wird, abgeleitet. Anschließend versickerte das Wasser im Boden. Mit dem neuen System wird das Wasser aufgefangen und wieder dem Bewässerungskreislauf zugeführt. Somit wird, wenn der Kreislauf einmal läuft, kein zusätzliches Wasser aus der Leitung mehr benötigt!

Wie das neue System genau funktioniert, erklärt Konstrukteur Peter Riedel. Der Sachse baute mit seinem Unternehmen Peter Riedel Sports Technology bereits die Anlaufspur am Bergisel, nun geht er mit dem neuen Bewässerungssystem den nächsten Schritt:

„Das neue Bewässerungssystem basiert darauf, dass unterhalb der Anlaufspur Wasserleitbleche zum Auffangen des Wassers verlegt wurden. Entlang dieser Bleche rinnt das Wasser von der Spurbewässerung dann in zwei Auffangbehälter, die unter dem Schanzentisch stehen und Insgesamt 4-5 Kubikmeter Wasser fassen. Aus diesen Auffangbehältern wird das Wasser dann wieder in das System eingespeist und zurück zum Anlauf gepumpt, wo es wieder für die Bewässerung zur Verfügung steht. Wir haben hier also ein Kreislaufsystem geschaffen, ein „Perpetuum mobile“ wenn man so will. Das Wasser, das durch Verdunstung verloren geht, wird durch Regenwasser, das auch von den Blechen aufgefangen wird, kompensiert. Somit wird kein zusätzliches Wasser für die Bewässerung mehr benötigt. Angesichts der Tatsache, dass Wasser ein kostbares und knappes Gut ist und die Kosten dafür immer weiter steigen, ist das Einsparungspotential für den Trainings- und Wettkampfbetrieb enorm“, so Peter Riedel.

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Expa-PicturesDie Wassertanks fassen ein Volumen von 4-5 Kubikmeter Wasser.

Um das Potential des neuen Bewässerungssystems weiß auch der Wirtschaftsdirektor der Bergisel Betriebs GmbH, Bernhard Niggler: „Damit auch für die kommenden Generationen unser Wasser gesichert ist, ist ein verantwortungsvoller Umgang damit nötig. Aus diesem Grunde hat sich die Bergisel Betriebs Gmbh Gedanken gemacht, wie wir den Wasserverbrauch hier reduzieren können. Unser Partner Peter Riedel Sports Technology hat dieses neue Bewässerungssystem nun für uns umgesetzt. Die Kosten dafür werden sich in den nächsten Jahren amortisieren. Das wichtigste ist aber nicht der finanzielle Aspekt, sondern dass die Bergisel Betriebs Gmbh als weltweit erste Schanzenanlage dieses System verwendet und mit dieser Idee und geringem Budget Nachhaltigkeit im Alltag umgesetzt hat."

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EXPA-PicturesAm Bergisel geht ab heute kein Wasser mehr "verloren"

Das neue System trifft durch die effiziente, wassersparende und dadurch ressourcenschonende Funktionsweise genau den Zeitgeist und ist ein wichtiger Beitrag, um Sportstätten und den Betrieb darauf naturverträglicher, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten. Das System ließe sich auch auf allen weiteren Schanzen, auf denen im Sommer gesprungen wird und die mit einer Spurbewässerung ausgestattet sind, problemlos einbauen und darauf adaptieren. 

In Innsbruck feiert die nachhaltige Spurbewässerung ihre Weltpremiere, der Bergisel setzt damit in Sachen Nachhaltigkeit neue Maßstäbe und nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein.

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