ÖSV-Talent holt Gold bei Jugendspielen

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Foto: GEPA Der 17-jährige Kärntner Philip Hoffmann holte im Riesentorlauf souverän Gold vor den Schweizern Sandro Zurbrügg (li.) und Luc Roduit .

Das war kein Sieg, das war eine Machtdemonstration! Der Kärntner Philip Hoffmann (ÖSV C-Kader) fuhr im Riesentorlauf der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 in Les Diablerets in seiner eigenen Liga – und dem Rest der Welt auf und davon.

Hoffmann schwingt im Ziel mit 2,54 Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Sandro Zurbrügg ab, dessen Landsmann Luc Roduit hat als Dritter 2,58 Sekunden Rückstand auf den neuen Jugend-Olympiasieger aus Österreich. „Ich habe probiert das zu fahren, was ich kann – und das ist heute perfekt aufgegangen“, so der 17-Jährige, der selbst dann cool blieb, als in der Entscheidung der Top-30 nur noch er oben im Starthaus stand.

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„Ich habe probiert das ganze Rundherum auszublenden, wollte noch einmal voll angreifen. Es ist einfach unglaublich“, war Philip Hoffmann im Ziel kurz sprachlos. Der erste Dank des frischgebackenen Goldjungen galt den Eltern: „ Sie haben mich immer unterstützt, zu den Rennen gebracht, mir die Ski hergerichtet. Ohne sie wäre ich heute nicht hier.“

Vorbild Hirscher

Bei so manchem Experten wurden derweil Erinnerungen an Marcel Hirscher wach – und das nicht nur wegen des Mega-Vorsprungs. Der 8-fache Gesamt-Weltcupsieger ist auch das große Vorbild des bodenständigen Technik-Spezialisten, zudem teilt er mit dem Doppel-Olympiasieger die Liebe zum Motocross fahren.

Warum Hirscher? „Er ist einfach richtig gut Ski gefahren, hat den gesamten Weltcup in vielen Bereichen auf ein ganz anderes Niveau gebracht.“

Irgendwann möchte er sich auch selbst mit den Besten messen, in der Top-Liga mitfahren. „Bis dahin gibt es noch viel zu tun, aber diese Medaille zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Lieblingsdisziplin Slalom

Das bestätigt auch Teamkollege Vincent Wieser, der nach dem ersten Lauf auf Platz vier liegt, im Finale aber auf den achten Rang zurückfällt: „Es hat sich im Training schon angekündigt, da war der ‚Hoffi‘ richtig schnell, aber dass er hier so überlegen gewinnt, ist eine echte Überraschung.“

Gar nicht überrascht hat ihm dagegen die Coolness seines Zimmerkollegen. „Ich habe ihn noch nie nervös gesehen, er zieht immer sein Ding durch.“

Vielleicht auch am Dienstag im Slalom (11/15 Uhr), der eigentlichen Lieblingsdisziplin von Philip Hoffmann. Dass er schnell ist, hat er bereits in der Super-Kombination mit der zweitschnellsten Laufzeit bewiesen.

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