Raceboarder auch im PSL nicht am Podest

20190205_prommegger
Foto: GEPA Der entthronte Doppelweltmeister Andreas Prommegger war im Parallelslalom in Park City als Sechster bester Österreicher.

Die Weltmeisterschaften 2019 waren nicht die Titelkämpfe der rot-weiß-roten Raceboarder! Nachdem das ÖSV-Team schon beim Parallelriesentorlauf ohne Edelmetall geblieben war, konnten die erfolgsverwöhnten Österreicher auch im Parallelslalom nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. 

In einem Rennen, das trotz mangelnder Pistenpräparierung und extremer äußerer Bedingungen bei zum Teil dichtem Schneefall und dadurch schlechter Sicht durchgeboxt wurde, war für die heimischen Vertreter spätestens im Viertelfinale Endstation. Bei den Herren wurde Andreas Prommegger als bester Österreicher Sechster. Der Steirer Arvid Auner lieferte als Achter eine mehr als ordentliche WM-Premiere ab. Benjamin Karl (11.) und Lukas Mathies (16.) hatten in der Auftaktrunde auf dem deutlich schwieriger zu fahrenden roten Kurs keine Chance, um in die nächste Runde einzuziehen. Sebastian Kislinger (30.) scheiterte bereits in der Qualifikation. Der Russe Dmitry Loginov, der im Viertelfinale Prommegger eliminiert hatte, holte sich nach PGS-Gold vor dem Italiener Roland Fischnaller und dem Deutschen Stefan Baumeister seinen zweiten WM-Titel binnen 24 Stunden.

Bei den Damen landete Sabine Schöffmann nach dem Viertelfinal-Aus gegen die Deutsche Ramona Hofmeister in den Endabrechnung auf Rang sieben. Titelverteidigerin Daniela Ulbing hatte in der Runde der letzten 16 gegen die Russin Maria Valova das Nachsehen und wurde Zehnte. Jemima Juritz (19.) und Claudia Riegler (24.) verpassten den Einzug in das 16er-Finale. Der PSL-Titel ging an die Schweizerin Julie Zogg, die vor der Ukrainerin Annamari Dancha und Hofmeister gewann.

"Bei einer WM zählen nur die Medaillen, und wir fliegen jetzt ohne Medaillen nach Hause. Das haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt, aber nichtsdestotrotz haben wir unser Bestes bei schwierigsten Verhältnissen gegeben. Ich kann mir nicht viel vorwerfen, ich habe zweimal gegen Dmitry Loginov und damit dem neuen Doppelweltmeister verloren. Es sollte hier in Park City für unser Team offenbar nicht sein", meinte Andreas Prommegger.

Arvid Auner konnte mit seinem ersten WM-Auftritt und Rang acht durchaus zufrieden sein: "Als ich in Österreich ins Flugzeug gestiegen bin, habe ich noch gar nicht gewusst, ob ich überhaupt starten darf, weil wir ja noch eine Qualifikation gefahren sind. Jetzt bin ich überglücklich, dass ich den Parallelslalom bestreiten durfte und dabei zeigen konnte, was ich drauf habe. Jetzt bin ich schon richtig heiß auf die nächsten Rennen", sagte der 22-jährige Steirer.

20190205_auner
Foto: GEPADer 22-jährige Grazer Arvid Auner legte mit Rang acht eine gelungene WM-Premiere hin.

Benjamin Karl, der seit 2009 erstmals ohne WM-Medaille blieb, haderte nicht lange mit dem Abschneiden in Park City, sondern richtete den Blick auf die kommenden Aufgaben: "Es ist zäh, wenn genau das Gegenteil von deinen Lieblingsbedingungen herrscht, so wie das hier der Fall war. Aber die WM ist abgehakt. Jetzt gilt es, im Weltcup wieder anzugreifen. Dort habe ich als Gesamtführender in dieser Saison noch einiges vor."

"Ich bin bei dieser WM zweimal in die Top Acht gefahren, das ist eigentlich nicht so schlecht, aber zufrieden bin ich damit nicht. Ich habe es heute in der Quali verloren, dort habe ich speziell im ersten Lauf eine bessere Platzierung vergeben, die mir im Finale bei der Kurswahl sicher geholfen hätte. Auf dem roten Lauf habe ich Ramona Hofmeister nicht bezwingen können, obwohl sie gestürzt ist und ich nicht zurückgesteckt habe. Das sagt schon einiges aus", bilanzierte Sabine Schöffmann.

20190205_schoeffmann
Foto: GEPAMit zwei Top-Acht-Platzierungen trat Sabine Schöffmann die Heimreise von den Titelkämpfen in Utah an.

"Aufgrund der Weltcup-Resultate in der laufenden Saison mit zehn Podestplätzen haben wir uns von den WM-Parallelrennen natürlich mehr erwartet. Wir konnten uns aber in beiden Rennen nicht auf die schwierigen Verhältnisse einstellen. Das ist anderen Fahrern – speziell den Medaillengewinnern, denen wir zu ihren Erfolgen auch gratulieren – besser gelungen. Wichtig ist mir aber auch festzuhalten, dass man in Zukunft ein starkes Augenmerk darauf legen muss, den weltbesten Athleten auch perfekte Bedingungen zu bieten. Das war hier zweifellos nicht der Fall", betonte Christian Galler, der sportliche Leiter für Snowboard im ÖSV.

Weitere Meldungen