Rehrl: "Ich wusste sofort, dass etwas nicht passt"

Rehrl
ÖSV/Derganc

Franz-Josef Rehrl zog sich beim Heimweltcup in der Ramsau einen Kreuzbandriss zu. Mittlerweile ist der Ramsauer wieder zuhause, Ski Austria hat ihn zum Exklusiv-Interview getroffen.

Franz-Josef, die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Wie geht es dir?

„Ich muss sagen ganz gut. Zum Glück bin ich gleich am Freitag noch operiert worden und mit ein wenig Abstand zu dieser Sache geht es mir jetzt relativ gut und ich bin am Weg der Besserung.“

Wie waren die vergangenen Tage seit dem Sturz am Freitag?

„Es ist einiges passiert. Wir sind danach direkt ins Krankenhaus nach Schladming gefahren, wo wir ein MRI gemacht haben. Noch bevor der eigentliche Befund da war, waren wir schon am Weg nach Linz und es ist alles Schlag auf Schlag gegangen. Dafür möchte ich mich bei allen bedanken, die diese Prozesse eingeleitet haben. Jetzt bin ich natürlich irrsinnig froh, dass ich wieder zu Hause sein kann.“

Wie schnell war dir klar, was da passiert ist?

„Ich habe gleich in ersten Moment gemerkt, als ich aufgekommen bin. Das Knie hat nachgegeben und ich wusste sofort, dass etwas nicht passt. Es war ein grausiges Gefühl und ein ordentlicher Schlag ins Gesicht, weil in diesem Moment die gesamte Saison gelaufen ist. Die ersten paar Minuten waren die schlimmsten, danach kommt die Einsicht und der Wille, dass es weiter geht.“

Deine Kollegen haben tolle Ergebnisse geliefert. Wie hast du die Wettkämpfe mitverfolgt?

„Am Samstag war ich dann noch richtig down und das hat mir dann richtig Kraft und Energie gegeben. Ich habe selten so ein spannendes Rennen wie am Samstag gesehen und ich habe mich für Luki irrsinnig gefreut.“

Hast du dir deinen verhängnisvollen Sprung angeschaut?

„Nein, das habe ich bisher nicht gemacht und ich glaube ich werde es sobald auch nicht tun.“

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"Ich möchte einfach wieder Skispringen und Langlaufen können."

War vielleicht auch das Material Mitschuld an deiner Verletzung?

„Das ist ein schwieriges Thema. Natürlich ist das gesamte Material auf Leistung ausgelegt und nicht primär auf höchstmögliche Sicherheit. In diesem Moment sind jedoch viele Komponenten zusammengekommen und es wäre falsch sich nur auf das Material auszureden.“

Gibt es schon einen Plan wie es jetzt weiter geht in den nächsten Wochen und Monaten?

„Die kommenden Tage heißt es einmal Füße hochlagern und das Trauma aus dem rechten Knie zu bekommen, das dauert natürlich seine Zeit. Danach werde ich mit meinem Physiotherapeuten die weitere Vorgehensweise besprechen.“

Hast du jetzt schon konkrete Ziele, wann du wieder am Start stehen möchtest?

„Mein größtes Ziel ist derzeit keine Großveranstaltung oder ähnliches, ich möchte einfach wieder Skispringen und Langlaufen können. Wenn das gelungen ist, erst dann kann man von den nächsten Zielen sprechen. Ich war auch mit Nici Schmiedhofer in Kontakt. Sie hat mir erzählt, dass sie sich im Jänner 2016 das Kreuzband gerissen hat und im Februar 2017 ist sie Weltmeisterin geworden, das hat mich schon sehr motiviert.“

Wie verbringst du die Feiertage?

„Ich bin heuer Vater geworden und jetzt kann ich die nächsten Tage und Wochen gemeinsam mit meiner Frau und meinem Kind verbringen. Das ist sehr cool und darauf freue ich mich irrsinnig.“

Wie fällt dein Resümee über das Jahr 2020 aus?

„2020 war ein ziemlich turbulentes Jahr mit vielen Ups and Downs, trotzdem möchte ich dieses Jahr nicht missen. Körperlich bin ich zwar im Moment am Tiefpunkt angekommen, aber privat war es ein tolles Jahr für mich.“

Danke für das Gespräch und alles Gute!

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