SBX-WM: Hämmerle startet aus der Pole-Position

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Foto: ÖSV Für die Snowboardcrosser Lukas Pachner, Jakob Dusek, Pia Zerkhold, David Pickl und Alessandro Hämmerle geht es in Idre Fjäll um WM-Medaillen.

Mit der Einzelentscheidung im Snowboardcross fällt am Donnerstag (Beginn 14.30 Uhr) der WM-Startschuss zu den dreitägigen Cross-Titelkämpfen im schwedischen Idre Fjäll! Am Freitag steht der Mixed-Teambewerb der Snowboarder auf dem Programm, ehe am Samstag die Skicrosser ihre Weltmeister küren. 

Der amtierende SBX-Weltcupsieger Alessandro Hämmerle hat am Dienstag mit der Bestzeit in der Qualifikation gezeigt, dass er auf dem 1.240 Meter langen und sehr anspruchsvollen Kurs zum engsten Favoritenkreis zählt. Der Wiener Lukas Pachner (13.), der Niederösterreicher Jakob Dusek (15.) und der Steirer David Pickl (30.) haben ebenfalls den Sprung in das 32er-Finale der Herren geschafft. Pia Zerkhold, die einzige Dame im heimischen WM-Aufgebot, sorgte in der Qualifikation für eine Schrecksekunde. Die Niederösterreicherin kam im ersten Lauf bei einem Sprung auf der langen Zielgeraden schwer zu Sturz. Zum Glück überstand Zerkhold diesen Crash ohne gröbere Verletzung und trat sogar noch zum zweiten Run an. Als 24. blieb ihr jedoch der Einzug in das Finale der Top 16 verwehrt. Obwohl Zerkhold am Mittwochvormittag mit Verspannungen in der Muskulatur noch mit Nachwirkungen des Sturzes zu kämpfen hatte, sollte ihrem Antreten im Teambewerb am Freitag nichts entgegenstehen.          

"Es war schon wichtig, gleich in der Qualifikation ein Statement zu setzen, und das ist mir auch gelungen. Im Training habe ich meine Karten noch nicht ganz aufgedeckt und bin nur einzelne Abschnitte voll gefahren. In der Qualifikation habe ich aber von oben bis unten Gas gegeben. Es ist ein gutes Gefühl, aus der Pole-Position in das Rennen zu starten", betont Alessandro Hämmerle, der an der selektiven Strecke von der ersten Fahrt weg Gefallen gefunden hat. "Hier musst du von oben bis unten aktiv sein, dazu sind richtig große Sprünge drinnen – der Kurs ist eine echte Herausforderung. Meine Zielsetzung ist hier nicht anders als bei einem Weltcup: Wenn ich bei einem Rennen im Startgate stehe, möchte ich auch als Erster durchs Ziel fahren", unterstreicht der voll motivierte Hämmerle seine Medaillenambitionen.

Lukas Pachner benötigte eine gewisse Anlaufzeit, um sich mit dem Kurs in Idre Fjäll anzufreunden: "Was hier steht, ist definitiv etwas anderes. Ich habe mich in diese Strecke erst hineinarbeiten müssen, weil wir so einen Kurs mit derart massiven Elementen schon lange nicht mehr gefahren sind. Aber ich habe mich von Fahrt zu Fahrt gesteigert und hoffe, dass ich auch noch im Rennen eine Schippe drauflegen kann. Auch die Kälte wird morgen eine Rolle spielen. Es wird wichtig sein, dass man stets auf Betriebstemperatur bleibt", ist sich Lukas Pachner bewusst. Die Temperaturen sollen am Donnerstag am WM-Schauplatz nicht über -13 Grad Celsius hinauskommen.

Jakob Dusek feiert in Schweden ebenso seine WM-Premiere wie David Pickl. "In der Quali habe ich keinen Superlauf erwischt, aber es hat auch eine Rolle gespielt, dass es nach dem Training eine mehr als 30-minütige Pause gegeben hat und dadurch die ersten Fahrer in der Qualifikation nicht die schnellsten Bedingungen vorgefunden haben. Davon war auch ich mit Startnummer zwei betroffen, aber das spielt jetzt ohnehin keine Rolle mehr. Der Kurs verlangt einem alles ab – ganz unten spürt man, dass die Ansteuerung der Beine nicht mehr ganz so optimal funktioniert. Was mein Abschneiden betrifft, ist hier alles möglich, aber ich mache mir keinen Druck. In erster Linie möchte ich auf meinem höchsten Level snowboarden", erklärt Jakob Dusek.

David Pickl hatte vor der Qualifikation ein Materialproblem zu lösen: "Ich bin am Montag im Training mit neuen Snowboardschuhen gefahren, die härter als meine alten und durch die Kälte noch einmal um eine Spur härter geworden sind. Deshalb bin ich in der Quali mit den Schuhen unseres Trainers Tom Greil gefahren", erzählt David Pickl, dessen altes "Schuhwerk" von Christian Galler, dem Sportlichen Leiter für Snowboard im ÖSV, am Dienstagabend nachgeliefert wurde. Als "Leichtgewicht" stellt für Pickl die Zielgerade eine besondere Herausforderung dar: "Der Speed ist zu Beginn extrem hoch, ehe es dann ins Ziel hinein immer langsamer wird. Das ist für mich mit etwas weniger 'Kampfgewicht' eine zusätzliche Challenge."

Pia Zerkhold haderte einerseits mit der verpassten Finalteilnahme, war aber andererseits froh, bei ihrem Sturz halbwegs glimpflich davongekommen zu sein. "In der Anfahrt zu diesem Sprung war es unruhig, dazu war ich auch mit dem Schwerpunkt etwas zu weit hinten. In der Luft habe ich mir nur gedacht, hoffentlich wird der Aufprall nicht zu heftig. Zum Glück habe ich gleich wieder aufstehen können und bin auch noch den zweiten Lauf gefahren. Der Sturz hat mich aber schon noch beschäftigt, deshalb hat bei dieser Fahrt auch nicht mehr viel zusammengepasst. Aber es war wichtig, noch einmal gut über diesen Sprung drüberzukommen, was mir auch gelungen ist. Für den Teambewerb am Freitag bin ich bereit", so Pia Zerkhold.

TV-Hinweis:
ORF 1 überträgt die Snowboardcross-WM in Idre Fjäll am Donnerstag (11.02.2021) ab 15.00 Uhr LIVE!

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