WM: ÖSV-Damen auf Rang sieben

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Foto: GEPA Katharina Innerhofer präsentierte sich läuferisch in Top-Form.

Das Staffel-Rennen der Damen in Pokljuka (SLO) endete mit einem Favoritensieg der norwegischen Mannschaft. Das Team in der Besetzung Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff, Ida Lien und Marte Olsbu Roeiseland sicherte sich mit elf Nachladern die Goldmedaille. 8,8 Sekunden dahinter dürfen sich die deutschen Damen (Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann, Franziska Preuß) mit nur fünf Nachladern über die Silbermedaille freuen. Auf Rang drei landete die Mannschaft aus der Ukraine (Anastasiya Merkushyna, Yuliia Dzhima, Darya Blashko, Olena Pidhrushna), die sich mit sieben Nachladern die Bronzemedaille (+9,2 sec.) schnappte.

Das österreichische Team in der Besetzung Dunja Zdouc, Katharina Innerhofer, Julia Schwaiger und Lisa Hauser zeigte eine beachtliche Leistung und belegte mit 15 Nachladern und 1:04,3 Minuten Rückstand Rang sieben.

Als Startläuferin ging für Österreich Dunja Zdouc ins Rennen. Die Kärntnerin, die bei dieser WM mit Platz elf in der Verfolgung bereits ihr großes Potential zeigen konnte, erwischte keinen idealen Start. Die 27-Jährige benötigte liegend gleich alle drei Zusatzpatronen, konnte aber mit Nervenstärke eine Strafrunde verhindern. Beim Stehendschießen musste die sonst so sichere Schützin ebenfalls zwei Fehler in Kauf nehmen, am Ende übergab sie als 13. (+56,6 sec.) an Katharina Innerhofer. Die Salzburgerin startete engagiert in ihr Rennen. Die 30-Jährige begann liegend mit zwei Fehlern, lieferte auf der Loipe aber eine starke Leistung. Im Stehendanschlag kamen zwar weitere drei Fehler dazu, die gefürchtete Strafrunde konnte die routinierte Athletin allerdings verhindern. Sie brachte die österreichische Staffel um drei Plätze nach vorne und damit zur Halbzeit auf Position zehn (+1:10,4 min.). Für die ÖSV-Damen ging nun Julia Schwaiger in die Loipe. Die Salzburgerin benötigte sowohl liegend als auch stehend nur einen Nachlader, hielt auf der Loipe gut mit und übergab als Achte (+1:12,0) an Schlussläuferin Lisa Hauser.

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Foto: GEPAJulia Schwaiger zeigte eine starke Leistung.

Die in dieser Saison stärkste ÖSV-Athletin musste nun einiges riskieren, um das Team noch ein wenig nach vorne zu bringen. Bei ihrem ersten Schießen benötigte die Tirolerin zwei Nachlader, auf Position acht ging es dann zum Stehendanschlag. Ihr letztes Schießen absolvierte die Tirolerin mit nur einem Fehler und überquerte am Ende als beachtliche Siebte die Ziellinie (+1:04,3 min.).

Dunja Zdouc: „Das war heute zach. Ich habe nicht so gut in meinen Schießrhythmus hineingefunden, was richtig schade ist, weil die Bedingungen sehr gut gewesen wären. Liegend hat es sich einfach nicht gut angefühlt und dementsprechend schwierig war es dann auch. Auf der Loipe habe ich mich sehr gut gefühlt und deswegen habe ich in der zweiten Runde auch versucht, wieder den Anschluss zu finden. Stehend hatte ich mit dem letzten Schuss wirklich zu kämpfen und in der letzten Runde habe ich dann einfach nochmal alles gegeben.“

Katharina Innerhofer: „Ich habe gewusst, dass ich läuferisch wieder richtig gut drauf bin und habe deswegen gleich versucht zu attackieren. Liegend habe ich mich sehr sicher gefühlt und es freut mich einfach irrsinnig, dass ich auch das Stehendschießen gut hingebracht habe und ohne Strafrunde durchgekommen bin. Die zweite Position liegt mir auch wesentlich besser als eine weiter hinten. Mit meiner läuferischen Leistung bin ich sehr zufrieden.“

Julia Schwaiger: „Ich bin ganz gut in das Rennen gestartet und habe mich auch stark gefühlt. In der Staffel geht es von Anfang an Vollgas los und bei der ersten Liegendserie ist mir dann leider gleich der erste Schuss ausgekommen. Ich habe mich aber nicht aus dem Konzept bringen lassen und die Serie gut durchgezogen. In der zweiten Runde war ich dann schon ziemlich am Limit, von dem her hat das Stehendschießen eigentlich gut gepasst. Die Schlussrunde war dann echt brutal und ich habe wirklich um jede Sekunde gekämpft.“

Lisa Hauser: „Leider hatten wir alle vier ein paar Probleme am Schießstand, was doch ein wenig schade ist. Am Ende sind wir trotz 15 Nachladern gut dabei und ein siebter Platz kann sich absolut sehen lassen. Für eine Platzierung weiter vorne müssen wir beim Schießen einfach eine bessere Leistung zeigen, aber der siebte Platz ist wirklich alles andere als schlecht. Es war heute einfach ein bisschen wechselhaft am Schießstand und ich habe mir auch schwergetan.“

Herren-Staffel belegt Rang zehn

Nach den Damen sicherten sich auch die norwegischen Herren im Staffel-Rennen von Pokljuka (SLO) in eindrucksvoller Manier den Sieg. Das Quartett Sturla Holm Laegreid, Tarjei Boe, Johannes Thingnes Boe und Vetle Sjaastad Christiansen lieferte eine grandiose Vorstellung ab und holte sich mit insgesamt acht Nachladern in souveräner Manier die Goldmedaille. 33,1 Sekunden dahinter jubelte Schweden (Peppe Femling, Jesper Nelin, Martin Ponsiluoma, Sebastian Samuelsson) über die Silbermedaille. Die Skandinavier mussten insgesamt sieben Mal nachladen und belegten am Ende Rang zwei. Das Podest komplettierte die Mannschaft der russischen Biathlon-Union (Karimulla Said Khalili, Matvey Eliseev, Alexander Loginov, Eduard Latypov) mit fünf Nachladern auf Rang drei (+50,9 sec.).

Die österreichische Mannschaft in der Formation David Komatz, Simon Eder, Felix Leitner und Julian Eberhard belegte mit sechs Nachladern und einer Strafrunde Rang zehn. Der Rückstand auf die siegreichen Norweger betrug am Ende 2:31,1 Minuten.

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Foto: GEPASchlussläufer Julian Eberhard zeigte eine solide Leistung

Für Österreich startete David Komatz in das WM-Staffelrennen. Der Steirer, der in dieser Saison mit konstant guten Leistungen überzeugen konnte, hatte gleich zu Beginn einige Probleme. Nach einer fehlerfreien Liegendserie benötigte der 29-Jährige stehend alle drei Zusatzpatronen und musste am Ende sogar in die Strafrunde abbiegen. Dadurch verlor der Österreicher einige Positionen und übergab schlussendlich als 17. (+1:02,2 min.) an Simon Eder. Der Routinier, der sich bei dieser WM als stärkster ÖSV-Athlet präsentierte, lieferte auch heute eine gelungene Vorstellung ab. Mit zwei extrem schnellen und fehlerfreien Schießserien arbeitete sich der Salzburger kontinuierlich nach vorne und klassierte die ÖSV-Staffel zur Halbzeit auf Rang zehn (+1:10,0 min.). Anschließend startete Felix Leitner in das Rennen. Der Tiroler musste liegend einmal nachladen und lieferte anschließend eine fehlerfreie Stehendserie ab. Am Ende übergab er mit einer soliden Leistung auf Rang elf (2:19,6 min.) an Julian Eberhard. Für Österreichs Schlussläufer ging es nun darum, Schadensbegrenzung zu betreiben. Mit zwei Nachladern liegend und einer fehlerfreien Stehendserie gelang dem Salzburger noch der Sprung in die Top-Ten. Am Ende überquerte er als Zehnter (+2:31,1 min.) die Ziellinie.

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Foto: GEPASimon Eder betrieb mit zwei schnellen und fehlerfreien Schießserien Schadensbegrenzung.

David Komatz: „Das Tempo war vom Start weg schon extrem hoch. Die vorderen Athleten haben ständig versucht, sich ein wenig vom Feld abzusetzen. Die Liegendserie war sehr gut und ich konnte dann auch wieder fast den Anschluss an die Spitzengruppe schaffen. Die Belastung beim Stehendschießen war dann enorm. Bis zum dritten Schuss bin ich relativ ruhig geblieben, aber je länger ich dann gestanden bin, desto schwieriger wurde es. Schade, dass das heute so gelaufen ist.“

Simon Eder: „Ich habe darauf geachtet, mein normales Tempo zu laufen, damit ich meine Serien schnell schießen konnte. Ich habe viel riskiert und zum Glück sind alle Scheiben gefallen. Das was David heute passiert ist, ist uns allen schon passiert. Hut ab vor seiner Schlussrunde, er hat wirklich nochmal alles gegeben.“  

Felix Leitner: „Ich musste von Anfang an alleine laufen und habe versucht, ein relativ schnelles Tempo anzuschlagen. Am Schießstand hat es relativ gut funktioniert. Liegend bin ich zur Zeit leider nicht in der Lage, schneller zu schießen, weil ich jeden Schuss sauber aufbauen muss. Mit insgesamt einem Nachlader bin ich zufrieden. Aber läuferisch war das für mich das härteste Rennen in der bisherigen Saison.“              

Julian Eberhard: „Ich glaube, das war eine solide Leistung von mir. Liegend war es heute für jeden schwer, weil sich die Verhältnisse vom Einschießen zum Wettkampf geändert haben. Ich habe dann zum Glück richtig reagiert. Auch stehend hatte ich eine solide und gute Serie. Platz zehn ist natürlich nicht das erhoffte Ziel, aber das kann in der Staffel einfach schnell passieren.“

Weiteres Wettkampfprogramm WM Pokljuka:  

Sonntag, 21.02.2021, Massenstart Damen, 12.30 Uhr    

Sonntag, 21.02.2021, Massenstart Herren, 15.15 Uhr

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